12. November 2025

Wissenschaftscheck: Darmbarriere, Stressachsen und Infektanfälligkeit

Inhalts-Übersicht

Willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Wissenschaftschecks. Heute richten wir den Fokus auf drei Systeme, die darüber entscheiden, wie gut Erwachsene Infekte abwehren können – besonders in der intensiven Kita‑Zeit: Darmbarriere, Stressachsen und Infektanfälligkeit. Neue Studien zeigen, dass diese Bereiche enger miteinander verknüpft sind, als lange angenommen wurde. Und genau hier setzt personalisierte Ernährung an.

Die Darmbarriere: das unterschätzte Schutzschild

Die Darmschleimhaut ist die größte Kontaktfläche zwischen Körper und Umwelt. Sie entscheidet, welche Stoffe in den Körper gelangen und welche draußen bleiben. Aktuelle Reviews zeigen:

  • Eine geschwächte Barriere („Leaky Gut“) erhöht die Durchlässigkeit für mikrobielle Bestandteile wie LPS und fördert systemische Entzündungen [1].
  • Störungen der intestinalen Barriere fördern die Translokation mikrobieller Bestandteile und erhöhen die systemische Entzündungsbelastung – ein Mechanismus, der die Anfälligkeit für Erkrankungen steigern und die Erholung verzögern kann [2].
  • Schlafmangel und Stress gehören zu den stärksten Faktoren, die die Barriere schwächen [3].

Mikrobiom & Infektanfälligkeit: neue Erkenntnisse

Das Darmmikrobiom beeinflusst:

  • die Reifung von Immunzellen
  • die Produktion antimikrobieller Peptide
  • die Schleimhautbarriere
  • die Regulation entzündlicher Prozesse

Neue Reviews zeigen, dass bestimmte mikrobielle Muster mit erhöhter Infektanfälligkeit assoziiert sind:

  • reduzierte SCFA‑Produzenten (Faecalibacterium, Roseburia) [4]
  • erhöhte Proteobacteria [5]
  • geringe Diversität als Risikofaktor für respiratorische Infekte [6]

Diese Veränderungen treten besonders häufig auf bei:

  • chronischem Stress
  • Schlafmangel
  • unausgewogener Ernährung
  • häufigen Antibiotikatherapien

Kurz: Das Mikrobiom ist ein Frühwarnsystem für Infektanfälligkeit und ein therapeutischer Hebel.

Stressachsen & Immunsystem: warum Eltern besonders betroffen sind

Die Hypothalamus‑Hypophysen‑Nebennieren‑Achse (HPA‑Achse) steuert die Stressantwort. Aktuelle Studien zeigen:

  • Chronischer Stress aktiviert dauerhaft die HPA‑Achse, erhöht Cortisol und ist mit verminderter T‑Zell‑Funktion sowie reduzierter NK‑Zell‑Aktivität assoziiert [7].
  • Cortisol beeinflusst direkt die Darmbarriere und fördert Permeabilität [8].
  • Stressbedingte Mikrobiomveränderungen erhöhen die Infektanfälligkeit [9].

Für Eltern in der Kita‑Phase ist das eine doppelte Belastung: Mehr Erreger + weniger Regeneration = höheres Risiko.

Personalisierte Ernährung als Regulator dieser Systeme

Eine personalisierte Ernährungsphysiologie berücksichtigt:

  • Mikrobiomprofil
  • Barrierefunktion
  • Mikronährstoffstatus
  • Stressmarker
  • Schlafqualität
  • Entzündungsparameter

Auf dieser Basis lassen sich gezielte Ernährungsstrategien entwickeln, die wissenschaftlich belegt sind.

Warum dieser Ansatz für Eltern besonders wirksam ist

Eltern kleiner Kinder gehören zu den am stärksten belasteten Bevölkerungsgruppen. Eine aktuelle Studie aus 2024 zeigt, dass Eltern von Kindern im Alter von 0–3 Jahren deutlich erhöhte Stressbelastungen aufweisen, die sich sowohl kurzfristig als auch langfristig auf ihre psychische Gesundheit auswirken [10]. Diese Belastung wirkt indirekt auch auf physiologische Systeme wie Schlaf, Regeneration, Ernährung und Stressachsen – alles Faktoren, die wiederum die Immunfunktion beeinflussen.

Eltern profitieren daher überdurchschnittlich stark von personalisierten Strategien, weil:

  • ihre Belastung hoch ist
  • ihre Regeneration eingeschränkt ist
  • ihre physiologischen Systeme (Mikrobiom, Barriere, Stressachsen) stark beansprucht werden
  • sie oft über längere Zeiträume Infektketten ausgesetzt sind

Personalisierte Ernährung wirkt hier wie ein Resilienz‑Multiplikator: Sie stärkt die Systeme, die Infekte abwehren und die Systeme, die Infekte abpuffern.

Fazit: Resilienz ist trainierbar und Ernährung ist der Schlüssel

Die Forschung zeigt klar:

  • Die Darmbarriere ist ein zentrales Schutzsystem.
  • Das Mikrobiom beeinflusst die Infektanfälligkeit direkt.
  • Stressachsen modulieren Immunfunktion und Barriere.
  • Personalisierte Ernährung kann all diese Systeme gezielt stärken.

Damit wird Ernährung zu einem wissenschaftlich fundierten Werkzeug, das Eltern hilft, widerstandsfähiger durch diese intensive Lebensphase zu gehen.

Eltern sollten ihre Barriere‑ und Stressmarker regelmäßig prüfen lassen. Bereits kleine Veränderungen können große Effekte haben.

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Quellen

[1] Camilleri, M. (2019). Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications. Gut. 2019 May 10;68(8):1516–1526.

[2] Macura, B., Kiecka, A., & Szczepanik, M. (2024). Intestinal permeability disturbances: causes, diseases and therapy. Clinical and Experimental Medicine, 24, 232–245.

[3] Li, Y., Zhang, Y., Wang, X., Chen, H., & Liu, Y. (2024). Sleep deprivation impairs intestinal mucosal barrier by activating endoplasmic reticulum stress in goblet cells. American Journal of Pathology. Advance online publication.

[4] Ney, L.-M., et al. (2023). Short chain fatty acids: key regulators of the local and systemic immune response in inflammatory diseases and infections. Open Biology, 13(3), 230014.

[5] Reuvers et al. (2023). Gut Proteobacteria levels and colorectal surgical infections: SELECT trial. British Journal of Surgery, 110(2), 129–132.

[6] Özçam, M., & Lynch, S. V. (2024). The gut–airway microbiome axis in health and respiratory diseases. Nature Reviews Microbiology. Advance online publication.

[7] Balcerowska, M., & Kwaśnik, P. (2025). The multifaceted impact of stress on immune function. Molecular Biology Reports, 52, 1008.

[8] Molotla‑Torres, D. E., Guzmán‑Mejía, F., Godínez‑Victoria, M., & Drago‑Serrano, M. E. (2023). Role of stress on driving the intestinal paracellular permeability. Current Issues in Molecular Biology, 45(11), 9284–9305.

[9] Beurel, E. (2024). Stress in the microbiome–immune crosstalk. Gut Microbes, 16(1), 2327409. [10] Makki, K., et al. (2023). Dietary modulation of the gut barrier. Cell Host & Microbe, 31(2), 165–180.

[10] Löchner, J., Ulrich, S. M., & Lux, U. (2024). The impact of parents‘ stress on parents‘ and young children’s mental health—Short- and long-term effects of risk and resilience factors in families with children aged 0–3 in a representative sample. Stress and Health. Advance online publication.

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