Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden unserer Zeit. Viele Betroffene suchen lange nach einer Ursache und noch länger nach einer Lösung.
Was dabei oft übersehen wird: Hinter vielen chronischen Schmerzen steckt eine stille, niedrig‑gradige Entzündung, die das Nervensystem sensibilisiert und Schmerzsignale verstärkt.
Diese Form der Entzündung ist nicht laut, nicht sichtbar und nicht akut. Sie arbeitet im Hintergrund (manchmal über Monate oder Jahre) und beeinflusst Stoffwechsel, Immunsystem und Schmerzempfinden.
Was sind Entzündungen eigentlich?
Eine Entzündung ist zunächst etwas Gutes. Sie ist die natürliche Abwehrreaktion unseres Immunsystems auf Belastungen wie:
- Krankheitserreger
- Verletzungen
- Schadstoffe
- Stressoren aus der Umwelt
In der akuten Phase zeigt sich eine Entzündung oft durch Rötung, Schwellung oder Schmerz. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Körper aktiv repariert und schützt.
Dabei spielen Zytokine eine zentrale Rolle. Hierbei handelt es sich um Botenstoffe, die Immunzellen aktivieren, Temperaturzentren im Gehirn beeinflussen und Heilungsprozesse steuern.
Wann wird eine Entzündung zum Problem?
Schwierig wird es, wenn die Entzündung:
- nicht abklingt,
- in keinem Verhältnis zur Ursache steht, oder
- ohne echten Grund aktiviert wird.
Dann wird aus einer sinnvollen Reaktion ein eigenständiges Problem. Diese Form der chronischen Entzündung kann sich in ganz unterschiedlichen Symptomen äußern, von Müdigkeit über Verdauungsbeschwerden bis hin zu dauerhaften Schmerzen.
Chronische Entzündungen können das Immunsystem in einen Zustand der Überempfindlichkeit versetzen. Das Nervensystem reagiert stärker auf Reize, Schmerzsignale werden intensiver wahrgenommen, und selbst kleine Belastungen können Beschwerden auslösen.
Warum Ernährung eine so große Rolle spielt
Entzündungen entstehen nicht nur durch Infektionen oder Verletzungen. Auch unsere Ernährung beeinflusst, wie aktiv unser Immunsystem ist und wie stark entzündliche Prozesse im Körper ablaufen.
Dabei gilt: Es gibt keine neutralen Lebensmittel. Jede Mahlzeit wirkt, in die eine oder andere Richtung.
Lebensmittel, die häufig als entzündungshemmend gelten:
- Blaubeeren
- grünes Blattgemüse
- Kurkuma
- Ananas
- Wildlachs
- Kräuter und Gewürze mit antioxidativen Eigenschaften
Diese Lebensmittel enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, Omega‑3‑Fettsäuren oder Enzyme, die entzündliche Prozesse modulieren können.
Lebensmittel, die bei manchen Menschen Entzündungen fördern können:
- stark verarbeitete Produkte
- Süßungsmittel
- industriell verarbeitete Pflanzenöle
- Getreideprodukte
- Milchprodukte
- Nüsse und Saaten
Wichtig ist: Nicht jedes Lebensmittel wirkt bei jedem Menschen gleich. Was für eine Person entzündungshemmend ist, kann bei einer anderen Beschwerden verstärken.
Diese Unterschiede entstehen durch:
- individuelle Stoffwechselprofile
- das persönliche Mikrobiom
- genetische Faktoren
- hormonelle Einflüsse
- Stress, Schlaf und Lebensstil
Deshalb ist ein „One‑Size‑Fits‑All“-Ansatz selten hilfreich.
Bio‑Individualität: Warum es keine universelle Anti‑Entzündungs‑Ernährung gibt
Jeder Mensch reagiert anders und genau das macht die Ernährung so individuell. Zwei Menschen können dieselbe Mahlzeit essen und völlig unterschiedliche Reaktionen zeigen.
Das bedeutet:
- Es gibt keine perfekte Liste „guter“ oder „schlechter“ Lebensmittel.
- Entscheidend ist, wie Ihr Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert.
- Chronische Schmerzen können sich verbessern, wenn entzündungsfördernde Trigger identifiziert und reduziert werden.
Der Schlüssel liegt darin, die persönlichen Muster zu erkennen, statt allgemeine Regeln zu befolgen.
Wie wir Sie unterstützen können
Wenn Sie vermuten, dass Entzündungen zu Ihren Beschwerden beitragen, kann es hilfreich sein, Ihre Ernährung genauer zu betrachten. Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden:
- welche Lebensmittel Ihren Körper entlasten
- welche ihn eher belasten
- wie Ernährung, Stress und Lebensstil zusammenwirken
- welche individuellen Muster hinter Ihren Beschwerden stehen
Jeder Mensch ist einzigartig und Ihre Ernährung sollte es auch sein.
Fazit
Chronische Schmerzen entstehen häufig auf dem Boden einer stillen, dauerhaften Entzündung. Ernährung kann diese Prozesse beeinflussen, sowohl positiv als auch negativ. Indem Sie verstehen, wie Ihr Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert, können Sie aktiv dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren und Ihr Wohlbefinden zu verbessern.
Team DEINKOST unterstützt Sie gerne dabei, Lebensmittel zu finden, die dafür geeignet sind, die Ursache Ihrer chronischen Schmerzen zu bekämpfen.
Weitere Artikel
Trotz L‑Thyroxin bleiben Beschwerden oft bestehen, weil die autoimmune Aktivität nicht ausreichend adressiert wird. Eine…
Aktuelle Studien zeigen enge Zusammenhänge zwischen Hashimoto, Darmmikrobiota und Mikronährstoffstatus. Nährstoffe wie Vitamin D, Selen, Eisen…
Das Mikrobiom steuert zentrale Prozesse wie Immunregulation, Stoffwechsel und Entzündungsdynamiken. Moderne Analysen machen Dysbiosen sichtbar…



